Abschied von gutten Freunden
unknownWas soll die trunckne Feder schreiben? Was aus des Hertzens Grunde quillt/ Worzu mich Lieb und Treue treiben/ Die Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt.
Nimm an diß Denckmahl meiner Hände Du treue Freund- und Brüderschafft/ Der ich zu Diensten mich verpfände So lang in diesem Leib ein Lebens-Athem hafft.
Der Brauch der Welt ist viel zu sagen/ Ich schweige was ich leiden muß: Du kanst mein Hertz in deinem fragen/ Ob ich befreyet sey von Schmertzen und Verdruß.
Doch weil es so der Himmel schicket/ So müssen wir zufrieden seyn; Wer weiß noch wo es uns gelücket/ Daß wir uns hier und dar zusammen finden ein.
Indessen leb in Lust und Freuden/ Du meiner Seelen halbes Theil/ Auff kurtzer Zeit betrübtes Scheiden Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl.
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Interpretation
Das Gedicht "Abschied von gutten Freunden" von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz handelt von einem Abschied zwischen engen Freunden. Der Sprecher drückt seine tiefe Verbundenheit und Treue zu seinen Freunden aus, die durch die Flüsse Oder, Main und Rhein symbolisiert werden. Er überreicht ihnen ein Denkmal seiner Hände als Zeichen seiner Verbundenheit und verspricht, ihnen solange zu dienen, wie er lebt. Der Sprecher reflektiert über die Gepflogenheiten der Welt, die oft zu vielen Worten führen, während er selbst schweigt über das, was er leiden muss. Er lädt seine Freunde ein, sein Herz zu befragen, um zu erfahren, ob er von Schmerzen und Sorgen befreit ist. Trotz der Trennung akzeptiert der Sprecher den Willen des Himmels und hofft, dass sie sich irgendwo wiederfinden werden. Abschließend wünscht der Sprecher seinen Freunden ein Leben voller Freude und Glück, auch wenn die kurze Zeit der Trennung traurig ist. Er versichert ihnen, dass das Wiedersehen erwünschtes Glück und Heil bringen wird. Das Gedicht vermittelt eine tiefe emotionale Verbundenheit zwischen Freunden und die Hoffnung auf eine zukünftige Wiederkehr.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Was soll die trunckne Feder schreiben?
- Anapher
- Was soll die trunckne Feder schreiben? / Was aus des Hertzens Grunde quillt
- Bildsprache
- So lang in diesem Leib ein Lebens-Athm hafft
- Hyperbel
- Der ich zu Diensten mich verpfände / So lang in diesem Leib ein Lebens-Athm hafft
- Kontrast
- Auf kurtzer Zeit betrübtes Scheiden / Folgt mit dem Wieder-sehn erwünschtes Glück und Heyl
- Metapher
- Du meiner Seelen halbes Theil
- Personifikation
- Der Brauch der Welt ist viel zu sagen
- Rhetorische Frage
- Was soll die trunckne Feder schreiben?
- Wiederholung
- Oder/ Mayn und Rhein beständigst unterhilt