Abschied von Bremen
1979Mündlich.
O Bremen, ich muß dich nun lassen, O du wunderschöne Stadt, Und darinnen muß ich lassen Meinen allerschönsten Schatz.
Wir haben oft beisamm gesessen, Manche schöne Monden-Nacht, Manchen Schlaf zusamm vergessen, Und die Zeit so zugebracht.
Mein Koffer rollt, der Morgen kühlet, Ach, die Straßen sind so still, Und was da mein Herze fühlet, Nimmermehr ich sagen will.
Der Weg mich schmerzlich wieder lenket Hin, wo Liebchen sah herab, Daß sie ja noch mein gedenket, Drück ich zwei Pistolen ab.
Bald jagt vor dir in diesen Gassen, Manches Windlein dürren Staub, Meine Seufzer sinds, sie lassen Vor dir nieder trocknes Laub.
So steh ich wirklich nun im Schiffe, Meinen Koffer seh ich drauf, Wie der Schiffer herzhaft pfiffe, Zogen wir wohl Anker auf.
Ich seh den Sturmwind rauschend gehen, O mein Schiff hat schnellen Lauf, Wird es wohl zu Grunde gehen, Wanket nicht Gedanken drauf.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Abschied von Bremen" von Achim von Arnim handelt von einem schmerzlichen Abschied von der Stadt Bremen und einem geliebten Menschen. Der Sprecher verabschiedet sich von der schönen Stadt und seinem "allerschönsten Schatz", den er zurücklassen muss. Er erinnert sich an die schönen Momente, die er in Bremen verbracht hat, insbesondere an die gemeinsamen Nächte mit seinem Liebsten. Der Abschied ist von tiefer Trauer und unausgesprochenen Gefühlen geprägt. Der Sprecher beschreibt die Stille der Straßen am Morgen und den Schmerz, der ihn auf dem Weg begleitet. Er drückt seine Sehnsucht und die Hoffnung aus, dass sein Liebster an ihn denkt, symbolisiert durch den Schuss zweier Pistolen. Das Gedicht endet mit der Szene der Abreise auf einem Schiff. Der Sprecher beobachtet, wie das Schiff ablegt und der Sturmwind aufkommt. Er fragt sich, ob das Schiff untergehen wird, lässt sich aber nicht von diesen Gedanken beirren. Die letzten Zeilen deuten auf eine gewisse Resignation und die Bereitschaft hin, das Unvermeidliche zu akzeptieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mein Koffer rollt, der Morgen kühlet,
- Anapher
- O Bremen, ich muß dich nun lassen, / O du wunderschöne Stadt,
- Bildsprache
- Ich seh den Sturmwind rauschend gehen, / O mein Schiff hat schnellen Lauf,
- Hyperbel
- Und was da mein Herze fühlet, / Nimmeermehr ich sagen will.
- Metapher
- Und was da mein Herze fühlet, / Nimmeermehr ich sagen will.
- Personifikation
- Bald jagt vor dir in diesen Gassen, / Manches Windlein dürren Staub,