Abschied

Wilhelm Busch

1870

Die Bäume hören auf zu blühn, Mein Schatz will in die Fremde ziehn; Mein Schatz, der sprach ein bittres Wort: Du bleibst nun hier, aber ich muß fort.

Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu, Wo du auch bist, wo ich auch sei. Bei Regen und bei Sonnenschein, Solang ich lebe, gedenk ich dein.

Solang ich lebe, lieb ich dich, Und wenn ich sterbe, bet für mich, Und wenn du kommst zu meinem Grab, So denk, daß ich dich geliebet hab.

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Illustration zu Abschied

Interpretation

Das Gedicht "Abschied" von Wilhelm Busch handelt von der Trennung zweier Liebenden, die sich aufgrund äußerer Umstände voneinander trennen müssen. Die Natur, symbolisiert durch die nicht mehr blühenden Bäume, spiegelt die traurige Stimmung wider, die die Trennung begleitet. Die Protagonistin bleibt zurück, während ihr Schatz in die Fremde ziehen muss, was eine tiefe emotionale Kluft zwischen ihnen schafft. Die Liebende schwört ihrem Partner ewige Treue und verspricht, ihn unabhängig von Zeit und Ort in ihrem Herzen zu behalten. Dieses Versprechen wird durch die Wiederholung der Zeilen "Solang ich lebe" verstärkt, was die Beständigkeit ihrer Liebe und Erinnerung unterstreicht. Die Liebe überdauert die physische Trennung und wird zu einem festen Bestandteil des Lebens der Liebenden. Im letzten Teil des Gedichts erweitert sich das Versprechen über das eigene Leben hinaus. Die Liebende bittet ihren Partner, für sie zu beten, wenn sie stirbt, und sich an ihrer Liebe zu erinnern, wenn er ihr Grab besucht. Dies zeigt die tiefe Verbundenheit und den Wunsch, auch im Tod noch eine Rolle im Leben des anderen zu spielen. Das Gedicht endet mit einer ergreifenden Bitte um ewige Erinnerung und die Anerkennung der vergangenen Liebe.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Bei Regen und bei Sonnenschein
Antithese
Du bleibst nun hier, aber ich muß fort
Apostrophe
Leb wohl, mein Schatz, ich bleib dir treu
Hyperbel
Solang ich lebe, gedenk ich dein
Personifikation
Die Bäume hören auf zu blühn