Abruzzesische Räuber
1804Lauert mir nur im Gebirg und schreckt mit Dolch und Pistole, Ziert mit dem blutigen Schmuck glänzender Opfer euch nur. Mich erschrecket ihr nicht, die unsterbliche Gabe der Lieder, Aber kein irdisches Gut hat mir der Himmel verliehn.
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Interpretation
Das Gedicht "Abruzzesische Räuber" von Wilhelm Friedrich Waiblinger thematisiert die Begegnung des lyrischen Ichs mit Räubern in den Abruzzen, einer Gebirgsregion in Mittelitalien. Die Räuber werden als bedrohlich und gewalttätig dargestellt, die mit Dolch und Pistole lauern und sich mit dem "blutigen Schmuck" ihrer Opfer schmücken. Doch das lyrische Ich bleibt von ihrer Furcht einflößenden Präsenz unbeeindruckt. Das lyrische Ich betont, dass es die Räuber nicht fürchtet, da es im Besitz der "unsterblichen Gabe der Lieder" ist. Diese Gabe der Poesie verleiht dem lyrischen Ich eine innere Stärke und Unverwundbarkeit gegenüber äußeren Bedrohungen. Die Räuber können zwar mit ihren Waffen und ihrer Gewalt Angst und Schrecken verbreiten, doch sie können dem lyrischen Ich seine poetische Schaffenskraft nicht nehmen. Im Gegensatz zu dieser unvergänglichen Gabe steht die Tatsache, dass das lyrische Ich kein irdisches Gut vom Himmel erhalten hat. Dies kann als Hinweis darauf verstanden werden, dass das lyrische Ich zwar reich an geistigen und künstlerischen Fähigkeiten ist, aber materiell arm bleibt. Die Räuber hingegen scheinen sich an den irdischen Gütern ihrer Opfer zu bereichern, doch ihnen fehlt die unsterbliche Gabe der Poesie, die dem lyrischen Ich eine tiefere und nachhaltigere Form des Reichtums verleiht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Lauert mir nur im Gebirg und schreckt mit Dolch und Pistole
- Kontrast
- Mich erschrecket ihr nicht, die unsterbliche Gabe der Lieder, Aber kein irdisches Gut hat mir der Himmel verliehn
- Metapher
- Ziert mit dem blutigen Schmuck glänzender Opfer euch nur