Abfertigung
1618Vergebens sind meine Kanzellehren! Sagt an: »wer thut denn Buße von euch?« Ein Witzling rief: »wir alle zugleich, Indem wir dich predigen hören.«
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Interpretation
Das Gedicht "Abfertigung" von Friedrich Haug kritisiert auf scharfe und ironische Weise die Wirkung von religiöser Predigt. Der Sprecher, vermutlich ein Kanzelredner, beklagt die Vergeblichkeit seiner Lehren. Er stellt die Frage, wer von seinen Zuhörern tatsächlich Buße tut, und erhält eine spöttische Antwort, die die Oberflächlichkeit und Selbstgefälligkeit der Zuhörerschaft aufdeckt. Die Antwort des Witzlings, dass alle Buße tun, indem sie dem Prediger zuhören, ist eine beißende Satire auf die Selbstzufriedenheit der Gläubigen. Sie suggeriert, dass die Zuhörer glauben, allein durch die passive Teilnahme an der Predigt bereits ihre spirituellen Pflicht erfüllt zu haben, ohne tatsächlich ihr Verhalten zu ändern oder echte Reue zu empfinden. Haugs Gedicht entlarvt somit die Heuchelei und die Oberflächlichkeit religiöser Praktiken. Es zeigt auf, wie leicht es ist, sich einzureden, spirituell aktiv zu sein, ohne tatsächlich etwas zu ändern. Die Abfertigung des Predigers durch den Witzling ist eine scharfe Kritik an der Selbstzufriedenheit der Gläubigen und der Wirkungslosigkeit leerer religiöser Rituale.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Vergebens sind meine Kanzellehren! Sagt an: »wer thut denn Buße von euch?« Ein Witzling rief: »wir alle zugleich, Indem wir dich predigen hören.«