Aber wir lassen es andere machen
1898Ein Chinese (’s sind schon an 200 Jahr) In Frankreich auf einem Hofball war. Und die einen frugen ihn: ob er das kenne? Und die andern frugen ihn: wie man es nenne? “Wir nennen es tanzen”, sprach er mit Lachen, “Aber wir lassen es andere machen.”
Und dieses Wort seit langer Frist, Mir immer in Erinnerung ist. Ich seh’ das Rennen, ich seh’ das Jagen, Und wenn mich die Menschen umdrängen und fragen: “Was tust du nicht mit? Warum stehst du beiseit’?” So sag ich: “Alles hat seine Zeit. Auch die Jagd nach dem Glück. All derlei Sachen, Ich lasse sie längst durch andere machen.”
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Interpretation
Das Gedicht "Aber wir lassen es andere machen" von Theodor Fontane erzählt von einem Chinesen, der vor über 200 Jahren auf einem französischen Hofball war. Die Menschen um ihn herum fragen ihn, ob er das Tanzen kenne und wie man es nenne. Der Chinese antwortet lachend, dass sie es Tanzen nennen, aber es lieber andere machen lassen. Diese Worte haben den Erzähler seit langer Zeit begleitet und ihn zum Nachdenken angeregt. Der Erzähler beobachtet das Rennen und Jagen der Menschen um sich herum und wird gefragt, warum er nicht mitmacht und beiseite steht. Er antwortet, dass alles seine Zeit hat und dass er die Jagd nach dem Glück schon lange anderen überlässt. Der Erzähler scheint eine gewisse Gelassenheit und Distanz zu den Aktivitäten und Bestrebungen der Gesellschaft zu haben. Das Gedicht vermittelt eine philosophische Botschaft über die Wahl des eigenen Lebensweges und die Akzeptanz von Unterschieden im Verhalten und den Interessen der Menschen. Es regt zum Nachdenken über die Frage an, ob es notwendig ist, sich an bestimmten Aktivitäten oder gesellschaftlichen Erwartungen zu beteiligen, oder ob es auch in Ordnung ist, einen eigenen, unabhängigen Weg zu gehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Aber wir lassen es andere machen
- Metapher
- Ich seh' das Rennen, ich seh' das Jagen
- Personifikation
- Und wenn mich die Menschen umdrängen und fragen
- Symbolik
- Auch die Jagd nach dem Glück