Abendwolken

Ludwig Uhland

1816

Wolken seh ich abendwärts Ganz in reinste Glut getaucht, Wolken ganz in Licht zerhaucht, Die so schwül gedunkelt hatten. Ja! mir sagt mein ahnend Herz: Einst noch werden, ob auch spät, Wann die Sonne niedergeht, Mir verklärt der Seele Schatten.

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Interpretation

Das Gedicht "Abendwolken" von Ludwig Uhland beschreibt die Transformation der Abendwolken von dunkel und schwül zu einem leuchtenden, lichtdurchfluteten Zustand. Die Wolken, die zuvor die Umgebung verdunkelt hatten, werden nun in "reinste Glut" getaucht und in "Licht zerhaucht". Diese Veränderung symbolisiert einen Übergang von Dunkelheit zu Licht, von Unsicherheit zu Klarheit. Das lyrische Ich spürt eine tiefe, intuitive Verbindung zu diesem natürlichen Phänomen. Das "ahnende Herz" des Sprechers prophezeit eine zukünftige Verklärung, wenn auch vielleicht erst spät. Diese Prophezeiung bezieht sich auf den eigenen Seelenschatten, der sich ebenfalls in ein erleuchtetes Wesen verwandeln wird. Die Metapher der untergehenden Sonne deutet auf einen Abschluss oder eine Vollendung hin, bei der das Dunkle des Lebens in ein strahlendes Licht übergeht. Die letzte Strophe verweist auf eine spirituelle oder existenzielle Erleuchtung, die der Sprecher erhofft. Der Seelenschatten, der möglicherweise die dunklen Aspekte der Persönlichkeit oder des Lebens darstellt, wird durch die Metapher der Abendsonne in ein verklärtes, erhabenes Licht getaucht. Dies deutet auf eine Hoffnung auf Erlösung, inneren Frieden oder eine höhere Erkenntnis hin, die am Ende des Lebens oder nach einem langen Prozess erreicht werden kann.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Abendwolken

Stilmittel

Metapher
Einst noch werden, ob auch spät, Wenn die Sonne niedergeht, Mir verklärt der Seele Schatten
Personifikation
Wolken ganz in reinste Glut getaucht