Abendwolke
1898So stille ruht im Hafen Das tiefe Wasser dort, Die Ruder sind entschlafen, Die Schifflein sind im Port.
Nur oben in dem Äther Der lauen Maiennacht Dort segelt noch ein später Friedfertger Ferge sacht.
Die Barke still und dunkel Fährt hin in Dämmerschein Und leisem Sterngefunkel Am Himmel und hinein.
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Interpretation
Das Gedicht "Abendwolke" von Conrad Ferdinand Meyer schildert eine ruhige nächtliche Hafenszene. Die ersten Strophen beschreiben die Stille im Hafen, wo das Wasser tief und still ruht und die Schiffe im Hafen liegen. Die Ruder sind entschlafen, was die absolute Ruhe und den Frieden dieser Szene unterstreicht. In den folgenden Zeilen wird eine Wolke als "später Friedfertiger Ferge" personifiziert, die sich noch immer sanft durch den lauen Mai-Himmel bewegt. Diese Wolke wird als eine friedliche, langsam dahinsegelnde Barke beschrieben, die im Dämmerlicht und unter dem funkelnden Sternenhimmel dahinfährt. Die Wolke wird somit zu einem Symbol für die sanfte Bewegung und die Schönheit der Natur. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Wolke in den Himmel und darüber hinaus fährt, was eine fast mystische Qualität annimmt. Die Beschreibung der "leisen" Bewegung und des "Sterngefunkel" verleiht der Szene eine traumhafte und ruhige Atmosphäre, die den Betrachter in eine friedliche und nachdenkliche Stimmung versetzt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Die Barke still und dunkel Fährt hin in Dämmerschein
- Metapher
- Dort segelt noch ein später Friedfertger Ferge sacht
- Personifikation
- Und leisem Sterngefunkel Am Himmel und hinein