Abendstunde
1836Die Lampe brennt so stille, Und wirft mir milden Schein, Sie scheint mit mir zu klagen, Als kennt’ sie meine Pein.
Sie sieht mich stets so einsam, In meine Brust versenkt, Wenn tiefe Geistgestalten Die Phantasie erdenkt.
Sie scheinet selbst zu ahnen, Dass ihr armflackernd Licht Vor einer Glut versinket, Die aus dem Busen bricht.
Doch ach! die Glut, sie ruhet, Nicht in sich selber mehr, Es sind nur schwache Strahlen Aus Deiner Seele Meer.
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Interpretation
Das Gedicht "Abendstunde" von Karl Marx beschreibt eine einsame und melancholische Atmosphäre. Die Lampe wird als stiller Begleiter dargestellt, der den Dichter mit ihrem milden Schein begleitet und seine innere Pein zu erkennen scheint. Die Einsamkeit des Dichters wird betont, während er in Gedanken versunken ist und tiefe geistige Gestalten in seiner Fantasie erschafft. Die Lampe scheint die innere Glut des Dichters zu ahnen, die aus seinem Busen bricht. Doch diese Glut ruht nicht mehr in ihm selbst, sondern ist nur ein schwacher Ausdruck der tiefen Emotionen und Gedanken, die aus der Seele des Dichters strömen. Die Lampe und ihr flackerndes Licht symbolisieren die äußere Manifestation der inneren Unruhe und Sehnsucht des Dichters. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Introspektion und des inneren Kampfes. Der Dichter fühlt sich einsam und von seinen Gedanken und Emotionen überwältigt. Die Lampe dient als Spiegel seiner inneren Welt und reflektiert die Intensität seiner Gefühle. Letztendlich zeigt das Gedicht, dass die äußere Erscheinung oft nur ein schwacher Ausdruck der tiefen, inneren Erfahrungen und Empfindungen ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Es sind nur schwache Strahlen Aus Deiner Seele Meer.
- Personifikation
- Die Lampe brennt so stille, Und wirft mir milden Schein, Sie scheint mit mir zu klagen, Als kennt' sie meine Pein.