Abendopfer

Gerhard Tersteegen

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Nun sich der Tag geendet, Mein Herz zu dir sich wendet Und danket inniglich. Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich.

Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schutz und Herze ein. Die fleischlichen Geschäfte Und alle finstern Kräfte Vertreibe durch dein Nahesein.

Daß du mich stets umgibest, Daß du mich herzlich liebest Und rufst zu dir hinein, Daß du vergnügst alleine, so wesentlich, so reine, Laß früh und spät mir wichtig sein!

Ein Tag, der sagt dem andern, Mein Leben sei ein Wandern, Zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, Mein Herz an dich gewöhne, Mein Heim ist nicht in dieser Zeit.

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Illustration zu Abendopfer

Interpretation

Das Gedicht "Abendopfer" von Gerhard Tersteegen thematisiert die innige Beziehung des lyrischen Ichs zu Gott. Das Gedicht beginnt mit der Danksagung am Ende des Tages, wobei das Herz sich Gott zuwendet und um seinen Segen und seine Erleuchtung bittet. Das lyrische Ich sucht Schutz und Führung in der Treue Gottes und bittet darum, von dunklen Kräften und fleischlichen Geschäften befreit zu werden. In den folgenden Strophen drückt das lyrische Ich den Wunsch aus, stets von Gott umgeben und geliebt zu werden. Es betont die Wichtigkeit, dass Gott es zu sich ruft und dass es in Gott allein Erfüllung und Reinheit findet. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach der Nähe Gottes und der Erkenntnis, dass das wahre Zuhause nicht in dieser vergänglichen Welt liegt. Das Gedicht schließt mit der Betrachtung der Ewigkeit, die als schön und erstrebenswert dargestellt wird. Das lyrische Ich wünscht sich, sein Herz an die Ewigkeit zu gewöhnen und erkennt, dass sein wahres Heim nicht in der Zeitlichkeit dieser Welt zu finden ist. Es unterstreicht die Vergänglichkeit des Lebens und die Sehnsucht nach dem ewigen Sein bei Gott.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
fleischlichen Geschäfte
Apostrophe
O Ewigkeit, so schöne
Bildsprache
Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte
Hyperbel
Dein Nahesein
Kontrast
Laß früh und spät mir wichtig sein
Metapher
Mein Herz zu dir sich wendet
Parallelismus
Daß du mich stets umgibest, Daß du mich herzlich liebest
Personifikation
Ein Tag, der sagt dem andern
Symbolik
Zur großen Ewigkeit