Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht

Johann Peter Hebel

1806

Jetzt schwingen wir den Hut. Der Wein, der war so gut. Der Kaiser trinkt Burgunder Wein, Sein schönster Junker schenkt ihm ein, Und schmeckt ihm doch nicht besser, Nicht besser. Der Wirt, der ist bezahlt, Und keine Kreide malt Den Namen an die Kammertür Und hintendran die Schuldgebühr. Der Gast darf wiederkommen, Ja kommen. Und wer sein Gläslein trinkt, Ein lustig Liedlein singt Im Frieden und mit Sittsamkeit Und geht nach Haus zu rechter Zeit, Der Gast darf wiederkehren, Mit Ehren. Des Wirts sein Töchterlein Ist züchtig, schlank und fein, Die Mutter hält’s in treuer Hut, Und hat sie keins, das ist nicht gut, Musst’ eins in Strassburg kaufen, Ja kaufen. Jetzt, Brüder, gute Nacht! Der Mond am Himmel wacht; Und wacht er nicht, so schläft er noch. Wir finden Weg und Haustür doch Und schlafen aus im Frieden, Ja Frieden.

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Illustration zu Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht

Interpretation

Das Gedicht "Abendlied wenn man aus dem Wirtshaus geht" von Johann Peter Hebel ist ein beschwingtes und heiteres Gedicht, das die Stimmung eines geselligen Abends im Wirtshaus einfängt. Es beginnt mit der Ankündigung des Abschieds, bei dem man den Hut schwingt und den guten Wein lobt. Der Dichter vergleicht den Wein mit dem des Kaisers und betont, dass dieser Wein genauso gut schmeckt, was die Zufriedenheit und den Genuss des Moments unterstreicht. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Fairness und die gute Atmosphäre im Wirtshaus hervorgehoben. Der Wirt ist bezahlt, und es gibt keine unbezahlten Schulden, was ein Gefühl von Vertrauen und Wiederkehr schafft. Der Gast wird ermutigt, in Frieden und mit Sittsamkeit zu gehen, um willkommen zu sein und mit Ehren zurückkehren zu können. Dies spiegelt die Werte der damaligen Zeit wider, in der Gastfreundschaft und Anstand hoch geschätzt wurden. Der dritte Abschnitt des Gedichts lenkt die Aufmerksamkeit auf die Töchter des Wirtes, die als züchtig, schlank und fein beschrieben werden. Dies unterstreicht die Bedeutung von Tugend und Anstand, die in der Gesellschaft erwartet wurden. Das Gedicht endet mit einem friedlichen Abschied, bei dem der Mond als Wächter dient und den Gästen versichert, dass sie den Weg nach Hause finden werden. Die Wiederholung des Wortes "Frieden" am Ende betont die ruhige und zufriedene Stimmung, die den Abend beschließt.

Schlüsselwörter

frieden hut wein gut trinkt besser gast darf

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Jetzt schwingen wir den Hut.
Anapher
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein, Sein schönster Junker schenkt ihm ein, Und schmeckt ihm doch nicht besser, Nicht besser.
Chiasmus
Der Mond am Himmel wacht; Und wacht er nicht, so schläft er noch.
Enjambement
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein, Sein schönster Junker schenkt ihm ein, Und schmeckt ihm doch nicht besser, Nicht besser.
Hyperbel
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein
Ironie
Des Wirts sein Töchterlein Ist züchtig, schlank und fein, Die Mutter hält’s in treuer Hut, Und hat sie keins, das ist nicht gut, Musst’ eins in Strassburg kaufen, Ja kaufen.
Metapher
Der Mond am Himmel wacht
Parallelismus
Der Wirt, der ist bezahlt, Und keine Kreide malt Den Namen an die Kammertür Und hintendran die Schuldgebühr. Der Gast darf wiederkommen, Ja kommen.
Personifikation
Der Mond am Himmel wacht
Reimschema
AABB
Wiederholung
Nicht besser. Der Gast darf wiederkommen, Ja kommen. Mit Ehren. Ja kaufen. Ja Frieden.