Abendlied
1880Der Abend kommt, der Tag ist aus, Frau Sonne geht zur Ruh. Sie geht wohl in ihr Wolkenhaus und macht die Türe zu.
Dann werden alle angebrannt die Sternlein in der Nacht. Es halten über Meer und Land die Engel heil’ge Wacht.
Und wenn die goldnen Sterne stehn und scheint der Mond dazu, dann müssen alle schlafen gehen: die Welt und ich und du.
Und schläfst du ein und hast du kaum die Augen zugemacht, dann schenkt dir einen lieben Traum die Königin der Nacht.
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Interpretation
Das Gedicht "Abendlied" von Manfred Kyber beschreibt den Übergang vom Tag zur Nacht und die damit verbundene Ruhe und Besinnlichkeit. Der erste Abschnitt schildert den Sonnenuntergang und den Abschluss des Tages, wobei die Sonne metaphorisch als Frau dargestellt wird, die in ihr "Wolkenhaus" geht und die Tür schließt. Dieser Teil vermittelt eine friedliche und ruhige Atmosphäre. Im zweiten Abschnitt des Gedichts wird die Nacht als Zeit der Bewachung und des Schutzes dargestellt. Die Sterne werden als "angebrannt" beschrieben, was ihre Helligkeit und Präsenz in der Dunkelheit symbolisiert. Die Engel halten eine "heilige Wacht" über Land und Meer, was ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Dieser Teil des Gedichts unterstreicht die Idee, dass die Nacht eine Zeit des Friedens und der Ruhe ist, in der man sich sicher fühlen kann. Der dritte Abschnitt des Gedichts beschreibt den Einschlafprozess und die Rolle der Sterne und des Mondes dabei. Die "goldnen Sterne" und der Mond werden als sanfte Begleiter dargestellt, die den Schlaf einleiten. Der Schlaf wird als gemeinsame Erfahrung für die Welt, den Sprecher und den Hörer beschrieben, was eine universelle und verbindende Qualität hat. Der letzte Teil des Gedichts erwähnt die "Königin der Nacht", die dem Schlafenden einen "lieben Traum" schenkt, was die Nacht als eine Zeit der Träume und der Fantasie charakterisiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine beruhigende und tröstliche Botschaft über die Nacht als eine Zeit der Ruhe, des Schutzes und der Träume.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- die Königin der Nacht
- Personifikation
- die Engel heil'ge Wacht