Abendlied
1723Abermal ein Teil vom Jahre, Abermal ein Tag vollbracht; Abermal ein Brett zur Bahre Und ein Schritt zur Gruft gemacht. Also nähert sich die Zeit Nach und nach der Ewigkeit, Also müssen wir auf Erden Zu dem Tode reifer werden.
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Interpretation
Das Gedicht "Abendlied" von Johann Christian Günther thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die unaufhaltsame Annäherung an den Tod. Der Dichter verwendet eine klare, repetitive Struktur, um die stetige Zeitabfolge und die damit verbundene Nähe zum Lebensende zu verdeutlichen. Jede Zeile betont die zyklische Natur von Zeit und Leben, wobei der Übergang vom Tag zur Nacht als Metapher für das eigene Lebensende dient. Der erste Teil des Gedichts vergleicht das Vergehen eines Jahres mit dem Ende eines Tages, was die Kontinuität und Unvermeidlichkeit des Lebenszyklus unterstreicht. Der Ausdruck "ein Brett zur Bahre" und "ein Schritt zur Gruft" verweist direkt auf den Tod und die Endlichkeit menschlichen Daseins. Diese Bilder erinnern den Leser daran, dass jeder Tag, der vergeht, einen Schritt näher an das eigene Grab bringt. Im letzten Teil des Gedichts wird die Idee der Annäherung an die Ewigkeit weiterentwickelt. Der Dichter betont, dass das Leben auf der Erde dazu dient, sich auf den Tod vorzubereiten und "reifer" zu werden. Diese Reife bezieht sich nicht nur auf das Alter, sondern auch auf die geistige und spirituelle Entwicklung, die notwendig ist, um den Übergang ins Jenseits zu vollziehen. Das Gedicht endet mit einer resignativen, aber auch tröstlichen Vorstellung, dass der Tod ein natürlicher Teil des Lebens ist und dass das Leben auf Erden letztlich der Vorbereitung auf das Ewige dient.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Abermal ein Brett zur Bahre
- Metapher
- die Ewigkeit
- Parallelismus
- Abermal ein Teil vom Jahre, Abermal ein Tag vollbracht
- Trotz
- Abermal ein Brett zur Bahre Und ein Schritt zur Gruft gemacht
- Wiederholung
- Abermal