Abendfriede
unknownSchwebe, Mond, im tiefen Blau Ueber Berg und Höhn, Sprudle Wasser, blinke Thau! Nacht, wie bist du schön!
Spiegle See den reinen Strahl! Friedeathmend lind Durch das wiesenhelle Thal Walle, weicher Wind!
Wie durch einen Zauberschlag Bin ich umgestimmt Von Gedanken, die der Tag Bringt und wieder nimmt.
Daß es auch ein Sterben gibt, Fühl ich ohne Schmerz, Was ich liebe, was mich liebt, Geht mir still durchs Herz.
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Interpretation
Das Gedicht "Abendfriede" von Ludwig Eichrodt beschreibt die friedliche und erhabene Atmosphäre einer Sommernacht. Der Sprecher ruft die Natur auf, in ihrer Schönheit zu erstrahlen: Der Mond soll im tiefblauen Himmel über Bergen und Höhen schweben, das Wasser soll sprudeln und der Tau funkeln. Der See soll das reine Mondlicht spiegeln und ein sanfter Wind soll friedvoll durch das grüne Tal wehen. In der zweiten Strophe wird deutlich, wie sehr der Sprecher von dieser nächtlichen Stimmung ergriffen ist. Er fühlt sich wie verzaubert und seine Gedanken sind tief bewegt. Die Eindrücke des Tages, die ihn sonst beschäftigen, treten in den Hintergrund. Es ist eine Art meditativer Zustand, in dem er zur Ruhe kommt. In der letzten Strophe spürt der Sprecher, dass es auch ein Sterben gibt, ohne Schmerz zu empfinden. Die Dinge, die er liebt und die ihn lieben, gehen ihm sanft durchs Herz. Es ist ein Gefühl von innerem Frieden und der Akzeptanz der Vergänglichkeit. Das Gedicht endet mit einer zutiefst menschlichen und tröstlichen Botschaft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- wiesenhelle Thal
- Anapher
- Schwebe, Mond, im tiefen Blau / Ueber Berg und Höhn, / Sprudle Wasser, blinke Thau!
- Metapher
- Friedeathmend lind
- Parallelismus
- Was ich liebe, was mich liebt
- Personifikation
- Schwebe, Mond, im tiefen Blau / Ueber Berg und Höhn, / Sprudle Wasser, blinke Thau!
- Vergleich
- Wie durch einen Zauberschlag