Abendblick vom Hochstein
1886Es deckt mit seidnen Schleiern Der Tag sein Ölbild zu: Um Dorf und Acker fledert Mausgraue Abendruh.
Fichtwald nimmt seinen Mantel Und brummelt in den Bart. Des Baches Blindschleich findet Mehr kaum den Silberpfad.
Fermatenlang gezogen Klimmt noch ein Bauernchor Mit Spuk und Nebel kämpfend Zu meinem müden Ohr.
Die Himmelsleute zünden Nun blaues Feuerwerk Und durch die weichen Dunkel Trippelt Prinz Schlafezwerg.
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Interpretation
Das Gedicht "Abenblick vom Hochstein" von Hugo Ball beschreibt eine ruhige und friedliche Abendstimmung in der Natur. Der Tag wird mit seidnen Schleiern bedeckt und die Abendruhe breitet sich über Dorf und Acker aus. Die Fichtwälder nehmen ihre Mäntel und brummen in den Bart, während der Bach seinen Silberpfad kaum noch findet. Ein Bauernchor klettert noch mit Spuk und Nebel kämpfend zu dem müden Ohr des Erzählers. Die Himmelsleute zünden nun blaues Feuerwerk und Prinz Schlafezwerg trippelt durch die weichen Dunkel. Die Stimmung ist von einer geheimnisvollen und traumhaften Atmosphäre geprägt, die den Leser in eine andere Welt entführt. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und poetisch. Die Metaphern und Vergleiche schaffen eine Atmosphäre, die den Leser in eine andere Welt entführt. Die Abendstimmung wird sehr detailliert beschrieben und es entsteht der Eindruck, als würde der Leser selbst vor Ort sein und die Szene miterleben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Prinz Schlafezwerg
- Personifikation
- Die Himmelsleute zünden blaues Feuerwerk