Abend
1920Und wieder ein Abend; ein Tag in das Nichts, das grenzenlose Nichts gerollt - in den bleiernen Wolken ein Sterben des Lichts und über den Wäldern der Mond, gelb wie altfränkisches Gold.
Nun dunkelt es schnell; ein Wind macht sich auf und rasselt im Schiefergedäche am Turm - kopfüber purzelt der Tage Lauf vor der Ewigkeit drohendem Sturm.
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Interpretation
Das Gedicht "Abend" von Gustav Sack beschreibt den Übergang vom Tag zur Nacht als einen Prozess des Vergehens und des Herannahens des Unendlichen. Der erste Vers betont die Wiederholung des Abends, während der zweite Vers die Vergänglichkeit des Tages durch das Bild des Rollens in das grenzenlose Nichts verdeutlicht. Die "bleiernen Wolken" und das "Sterben des Lichts" unterstreichen die Schwere und Endgültigkeit dieses Übergangs. Der Mond, der über den Wäldern aufgeht und als "gelb wie altfränkisches Gold" beschrieben wird, bringt einen Hauch von Wärme und Beständigkeit in die Szene, aber auch einen Hauch von Alter und Vergänglichkeit. Der zweite Teil des Gedichts beschleunigt den Übergang zur Nacht. Der "Wind", der sich "aufmacht" und im "Schiefergedächern am Turm" rasselt, symbolisiert die Kraft der Natur, die den Tag hinwegfegt. Der "Tage Lauf", der "kopfüber purzelt", verstärkt das Gefühl der Eile und des unaufhaltsamen Voranschreitens der Zeit. Der "Ewigkeit drohender Sturm" am Ende des Gedichts verleiht der Szene eine bedrohliche Dimension und deutet auf die Unausweichlichkeit des Todes und des Unendlichen hin. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Melancholie und des Nachdenkens über die Vergänglichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes. Die Natur wird als eine mächtige Kraft dargestellt, die den Lauf der Zeit bestimmt und den Menschen an ihre eigene Sterblichkeit erinnert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- purzelt der Tage Lauf
- Personifikation
- Ewigkeit drohendem Sturm
- Vergleich
- Mond, gelb wie altfränkisches Gold