Abend

Otfried Krzyzanowski

1886

Wenn der Abend uns bezwingt Und die Klage in uns singt: Fühlst der bangen Seele Flug, Weißer Mädchen Atemzug.

Fremd ist Friede, fremd der Streit, Wann entrinnen wir der Zeit? Und kein Alter macht uns klug: Fühlst der Seele Abendflug.

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Illustration zu Abend

Interpretation

Das Gedicht "Abend" von Otfried Krzyzanowski beschäftigt sich mit der Thematik der Vergänglichkeit und der Sehnsucht nach Erlösung. Es zeichnet ein Bild des Abends als eine Zeit der Melancholie und des Nachdenkens über das Leben. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die "bangen Seele" und den "weißen Mädchen Atemzug", was eine gewisse Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit ausdrückt. Der Abend wird als eine Zeit dargestellt, in der man sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst wird und sich nach Trost sehnt. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und der Flucht vor der Zeit. Der Dichter fragt sich, wann er der Zeit entrinnen kann und ob das Alter ihm Weisheit bringen wird. Die Antwort darauf bleibt offen und ungewiss, was die Unsicherheit und Ungewissheit des Lebens unterstreicht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Melancholie und der Sehnsucht nach Erlösung. Es lädt den Leser ein, über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken und sich mit den eigenen Ängsten und Sehnsüchten auseinanderzusetzen.

Schlüsselwörter

fühlst seele fremd abend bezwingt klage singt bangen

Wortwolke

Wortwolke zu Abend

Stilmittel

Metapher
Fühlst der Seele Abendflug
Personifikation
Und die Klage in uns singt
Rhetorische Frage
Wann entrinnen wir der Zeit?