Abend
1740Komm, Liebchen, es neigen Die Wälder sich dir; Und alles mit Schweigen Erwartet dich hier.
Der Himmel, ich bitte, Von Wölkchen wie leer! Der Mond in der Mitte, Die Sternlein umher!
Der Himmel im glatten Umdämmerten Quell! Dies Plätzchen im Schatten, Dies andre so hell!
Im Schatten, der Liebe Dich lockendes Glück, Dir flüsternd: es bliebe Noch vieles zurück.
Es blieben der süßen Geheimnisse viel; So festes Umschließen; So wonniges Spiel!
Da rauscht es! Da wanken Auf jeglichem Baum Die Äste, da schwanken Die Vögel im Traum.
Dies Wanken, dies Zittern Der Blätter im Teich - O Liebe, dein Wittern! O Liebe, dein Reich!
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Interpretation
Das Gedicht "Abend" von Johann Georg Jacobi ist ein romantisches Gedicht, das die Stimmung des Abends und die Liebe thematisiert. Der Sprecher lädt seine Liebste ein, mit ihm den Abend zu verbringen und die Natur zu genießen. Er beschreibt die Landschaft als friedlich und erwartungsvoll, als ob sie auf die Ankunft der Liebenden wartet. Das Gedicht verwendet verschiedene Bilder und Symbole, um die Schönheit und die Geheimnisse der Liebe zu vermitteln. Der Himmel, der Mond und die Sterne stehen für die Weite und die Unendlichkeit der Liebe. Der Spiegel des Wassers, der den Himmel widerspiegelt, steht für die Einheit und die Harmonie der Liebenden. Die Schatten und das Licht stehen für die Gegensätze und die Vielfalt der Liebe. Der Sprecher verspricht seiner Liebsten, dass sie noch viele süße Geheimnisse entdecken und viele wunderbare Spiele erleben werden. Das Gedicht endet mit einer lebendigen und dynamischen Szene, in der die Natur selbst von der Liebe ergriffen zu sein scheint. Die Bäume wiegen sich im Wind, die Vögel träumen vor sich hin und die Blätter zittern im Teich. Der Sprecher preist die Liebe als eine allgegenwärtige und mächtige Kraft, die alles durchdringt und beherrscht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- So festes Umschließen; / So wonniges Spiel!
- Anapher
- Komm, Liebchen, es neigen / Die Wälder sich dir; / Und alles mit Schweigen / Erwartet dich hier.
- Hyperbel
- O Liebe, dein Wittern! / O Liebe, dein Reich!
- Metapher
- Der Himmel im glatten / Umdämmerten Quell!
- Personifikation
- Die Wälder sich dir; / Und alles mit Schweigen / Erwartet dich hier.