Abend [2]
unknownZähnen Plantschet streif das Blut des Himmels Denken schicksalt Tode zattern und verklatschen Sterne dünsten Scheine schwimmen Wolken greifen fetz das Haar Und Weinen Mein Zergehn Dir In den Schooß
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![Illustration zu Abend [2]](/images/poem-pictures/603.webp)
Interpretation
Das Gedicht "Abend [2]" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Dämmerung als einen gewaltsamen, fast körperlichen Vorgang darstellt. Die Sprache ist fragmentiert und unkonventionell, mit Verben wie "Plantschet" und "schicksalt", die eine neue, unmittelbare Ausdrucksweise schaffen. Der Himmel wird als blutend beschrieben, was auf ein gewaltsames Ende des Tages hindeutet. Die Sterne "dünsten" und das Licht "schwimmt", was eine Atmosphäre der Auflösung und des Übergangs schafft. Die Wolken "greifen" und "fetzen" das Haar, was eine fast greifbare, bedrohliche Präsenz in der Natur vermittelt. Das Gedicht endet mit einer intimen, fast ekstatischen Anrufung, die in den Schoß des Geliebten oder der Geliebten mündet. Dies könnte als eine Suche nach Trost und Geborgenheit inmitten der chaotischen und zerstörerischen Kräfte der Natur interpretiert werden. Die Verwendung von "Zergehn" und "Weinen" am Ende verstärkt das Gefühl von Auflösung und emotionaler Intensität. Insgesamt ist das Gedicht eine kraftvolle Darstellung des Übergangs vom Tag zur Nacht, die durch ihre unkonventionelle Sprache und ihre intensiven Bilder besticht. Es vermittelt ein Gefühl von Endlichkeit und Verlust, aber auch von intimer Verbundenheit und emotionaler Tiefe. Die fragmentierte Struktur und die ungewöhnlichen Wortneuschöpfungen tragen zur expressiven Wirkung des Gedichts bei und machen es zu einem eindringlichen Beispiel des expressionistischen Stils.
Schlüsselwörter
Wortwolke
![Wortwolke zu Abend [2]](/images/word-cloud/603.webp)
Stilmittel
- Alliteration
- Tode zattern und verklatschen
- Assonanz
- Sterne dünsten
- Enjambement
- Zähnen Plantschet streif das Blut des Himmels
- Metapher
- das Blut des Himmels
- Personifikation
- Wolken greifen fetz das Haar
- Synästhesie
- Scheine schwimmen