Abbitte

Friedrich Hölderlin

1799

Heilig Wesen! gestört hab′ ich die goldene Götterruhe dir oft, und der geheimeren, Tiefern Schmerzen des Lebens Hast du manche gelernt von mir.

O vergiß es, vergib! gleich dem Gewölke dort Vor dem friedlichen Mond, geh′ ich dahin, und du Ruhst und glänzest in deiner Schöne wieder, du süßes Licht!

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Interpretation

Das Gedicht "Abbitte" von Friedrich Hölderlin thematisiert die Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und einer göttlichen oder heiligen Wesenheit. Das lyrische Ich gesteht, die "goldene Götterruhe" gestört und der Wesenheit tiefere Schmerzen des Lebens beigebracht zu haben. Es handelt sich um eine Art Reuegeständnis, in dem das lyrische Ich um Vergebung bittet. Das Gedicht endet mit einem Versprechen, dass das lyrische Ich, ähnlich wie eine Wolke vor dem Mond, vergehen wird. Die heilige Wesenheit soll daraufhin wieder in ihrer vollen Schönheit und als "süßes Licht" erstrahlen können. Das lyrische Ich nimmt also eine Art opferhafte Rolle ein und will für das Wohl der göttlichen Wesenheit verschwinden. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung von Reue, Demut und Selbstaufopferung. Das lyrische Ich erkennt die Störung des göttlichen Friedens an und bittet um Vergebung, um die heilige Wesenheit von den Auswirkungen des menschlichen Daseins zu befreien.

Schlüsselwörter

heilig wesen gestört hab goldene götterruhe oft geheimeren

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Stilmittel

Anapher
vergiss es, vergib!
Apostrophe
Heilig Wesen!
Hyperbel
der geheimeren, Tiefern Schmerzen des Lebens
Metapher
goldene Götterruhe
Personifikation
gleich dem Gewölke dort Vor dem friedlichen Mond
Vergleich
gleich dem Gewölke dort