A la Makart

Wilhelm Arent

1885

Mit dämonischen Reizen Schmückte dich Venus, Die Göttin der Liebe: Du wollüstig blasse, Lustheischende Dirne. Wie schön bist du! Leise heben sich In zitternden Wogen Deiner üppigen Brüste Zartknospende Rosen. Phantastisch flutet Deines Seidenhaars Duftige Lockenfülle Auf den blüthenweißen Nacken hernieder, Der so lieblich gerundet … Immer heißer zehrt Am innersten Mark mir Deiner nachtschwarzen Augen Wildlodernde Glut. Wollustathmend, Fieberheiß, Blüht mir entgegen Deines schwellenden Leibes Nacktschimmernde Pracht; Und wonnig umschlungen Von dem sammetweichen Fleische Deiner weißkosigen Arme Sinke ich liebeächzend In deines feuchten Brünstigen Schooßes Thauspendende Tiefen. Voll süßer Gier, In wahnsinniger Trunkenheit Preß ich dich an mich; Lippe brennt auf Lippe, Leib schwelgt an Leib, In seligen Schauern Rinnt in einander Der Seelen Geheimniß …

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Illustration zu A la Makart

Interpretation

Das Gedicht "A la Makart" von Wilhelm Arent ist eine sinnliche und leidenschaftliche Ode an eine Frau, die mit "dämonischen Reizen" geschmückt ist. Die Venus, Göttin der Liebe, wird als Schöpferin dieser Anziehungskraft dargestellt, die die Frau als "wollüstig blasse, Lustheischende Dirne" erscheinen lässt. Die Schönheit der Frau wird in lebendigen und erotischen Bildern beschrieben, wobei ihre Brüste mit "zartknospenden Rosen" verglichen werden und ihr seidiges Haar in "phantastischen Fluten" über ihren "blüthenweißen Nacken" herabfließt. Die Intensität der Begierde wird durch die Beschreibung ihrer "nachtschwarzen Augen" mit "wildlodernder Glut" verstärkt, die den Sprecher "am innersten Mark" zerfressen. Die körperliche Anziehung wird in expliziten Details dargestellt, wobei der "nacktschimmernde Prunk" ihres "schwellenden Leibes" und die "sammetweiche Fleisch" ihrer Arme den Sprecher in einen Zustand der "liebeächzenden" Ekstase versetzen. Der Akt der Vereinigung wird als Tauchgang in die "thauspendenden Tiefen" ihres Schoßes beschrieben, was die Intensität und das Verlangen des Sprechers unterstreicht. Im Höhepunkt des Gedichts erreicht die Leidenschaft ihren Gipfel, als sich die Liebenden in "wahnsinniger Trunkenheit" umarmen. Die Berührung von "Lippe auf Lippe" und "Leib an Leib" kulminiert in einem "seligen Schauer", bei dem sich die "Seelen Geheimniß" in einem Moment der vollkommenen Vereinigung ergießt. Das Gedicht endet mit einer Darstellung der erotischen Vereinigung als mystische und transzendente Erfahrung, die über das Physische hinausgeht und in die Sphäre des Spirituellen vordringt.

Schlüsselwörter

lippe leib dämonischen reizen schmückte venus göttin liebe

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Stilmittel

Alliteration
Phantastisch flutet deines Seidenhaars duftige Lockenfülle
Bildsprache
In seligen Schauern rinnt in einander der Seelen Geheimniß
Hyperbel
Voll süßer Gier
Metapher
Leib schwelgt an Leib
Personifikation
Die Göttin der Liebe
Vergleich
So lieblich gerundet wie ein Blütenweißes
Wiederholung
Preß ich dich an mich
Übertreibung
Immer heißer zehrt am innersten Mark mir deiner nachtschwarzen Augen wildlodernde Glut