9. [Februarschnee]

Cäsar Flaischlen

1921

Februarschnee tut nicht mehr weh, denn der März ist in der Näh! aber im März hüte das Herz, daß es zu früh nicht knospen will! warte, warte und sei still!

Und wär der sonnigste Sonnenschein, und wär es noch so grün auf Erden, warte, warte und sei still: es muß erst April gewesen sein, bevor es Mai kann werden!

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Illustration zu 9. [Februarschnee]

Interpretation

Das Gedicht "Februarschnee" von Cäsar Flaischlen thematisiert die Vergänglichkeit der Zeit und die Wichtigkeit von Geduld. Es beginnt mit der Erleichterung, dass der Schnee des Februars nicht mehr weh tut, da der März naht. Doch der März bringt auch die Warnung, das Herz zu hüten und nicht zu früh zu blühen. Die Wiederholung von "warte, warte und sei still" unterstreicht die Notwendigkeit der Zurückhaltung und des Wartens auf den richtigen Zeitpunkt. Der zweite Teil des Gedichts betont die Unausweichlichkeit der natürlichen Abfolge der Jahreszeiten. Selbst der schönste Sonnenschein und das Grün der Erde können den Lauf der Zeit nicht beschleunigen. Das Gedicht mahnt dazu, die Geduld zu bewahren und den Prozess der Reifung nicht zu erzwingen. Es verdeutlicht, dass der April eine notwendige Phase ist, bevor der Mai kommen kann. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefere Weisheit über das Leben und die Notwendigkeit, die natürlichen Rhythmen zu respektieren. Es erinnert daran, dass Eile und Ungeduld oft kontraproduktiv sind und dass wahre Schönheit und Erfüllung erst dann entstehen, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Das Gedicht ist eine poetische Ermahnung zur Gelassenheit und zum Vertrauen in den natürlichen Lauf der Dinge.

Schlüsselwörter

warte märz still wär februarschnee tut mehr weh

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
warte, warte und sei still
Kontrast
und wär der sonnigste Sonnenschein, und wär es noch so grün auf Erden
Metapher
daß es zu früh nicht knospen will
Personifikation
Februarschnee tut nicht mehr weh
Symbolik
April und Mai als Symbole für Reife und Vollendung