20. Ahndung
1751Freundlicher Mond, du gießest milden Schimmer Auf mein goldnes Klavier, und winkest lächelnd, Mit des seelenschmelzenden Gluck: Willkommen! Dich zu begrüßen.
Aber mir sagt der tiefe bange Seufzer, Daß mit Thränen der Sehnsucht meine Selma Jetzt dich anblickt: freundlicher Mond, ich kann dich Jetzt nicht begrüßen!
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Interpretation
Das Gedicht "20. Ahndung" von Johann Heinrich Voss thematisiert die Sehnsucht und die Trennung von einer geliebten Person. Der Sprecher richtet sich an den Mond, der als Symbol für die Verbindung zwischen den Liebenden dient. Der Mond wird als "freundlicher" und "milder" Begleiter dargestellt, der seinen "Schimmer" auf das Klavier des Sprechers wirft und ihn mit einem Lächeln begrüßt. Der Sprecher fühlt sich jedoch durch einen "tiefen bangen Seufzer" daran gehindert, den Mond willkommen zu heißen. Er ahnt, dass seine geliebte Selma, die mit Tränen der Sehnsucht auf den Mond blickt, ebenfalls an ihn denkt. Der Mond wird somit zum Vermittler der Gefühle und Gedanken der beiden Liebenden, die durch die Trennung verbunden sind. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Melancholie und des Verlangens nach der Wiedervereinigung. Der Sprecher kann den Mond nicht begrüßen, da er die Sehnsucht seiner geliebten Selma spürt und sich mit ihr verbunden fühlt. Die Trennung wird als eine Art Ahnung oder Vorahnung des Verlustes dargestellt, die den Sprecher in seiner Freude am Mondschein trübt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anrede
- Freundlicher Mond
- Bildlichkeit
- daß mit Thränen der Sehnsucht meine Selma Jetzt dich anblickt
- Interjektion
- Willkommen!
- Kontrast
- Aber mir sagt der tiefe bange Seufzer
- Metapher
- du gießest milden Schimmer
- Personifikation
- Freundlicher Mond, du gießest milden Schimmer