1. Januar 1851

Theodor Storm

1851

Sie halten Siegesfest, sie ziehn die Stadt entlang; Sie meinen, Schleswig-Holstein zu begraben. Brich nicht, mein Herz! Noch sollst du Freude haben; Wir haben Kinder noch, wir haben Knaben, Und auch wir selber leben, Gott sei Dank!

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Illustration zu 1. Januar 1851

Interpretation

Das Gedicht "1. Januar 1851" von Theodor Storm thematisiert den Widerspruch zwischen der äußeren Freude und dem inneren Leid des lyrischen Ichs. Die ersten beiden Zeilen beschreiben eine feiernde Menge, die durch die Stadt zieht und dabei glaubt, Schleswig-Holstein begraben zu haben. Dies deutet auf einen politischen Konflikt hin, bei dem die Sieger ihren Triumph zur Schau stellen. Das lyrische Ich hingegen bittet sein Herz, nicht zu zerbrechen, und verspricht sich selbst noch Freude. Es verweist auf die Kinder und Jünglinge, die noch leben, sowie auf sich selbst, dem es Gott sei Dank noch vergönnt ist zu leben. Diese Zeilen drücken den Willen zum Weiterleben und zur Hoffnung aus, trotz der erlittenen Niederlage. Das Gedicht vermittelt somit eine Botschaft der Widerstandsfähigkeit und des ungebrochenen Lebenswillens angesichts politischer Unterdrückung. Das lyrische Ich weigert sich, sich der Verzweiflung hinzugeben und findet Trost in der Familie und im eigenen Fortbestehen.

Schlüsselwörter

halten siegesfest ziehn stadt entlang schleswig holstein begraben

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Stilmittel

Apostrophe
Brich nicht, mein Herz!
Interjektion
Gott sei Dank!
Metapher
Sie meinen, Schleswig-Holstein zu begraben
Parallelismus
Wir haben Kinder noch, wir haben Knaben