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Stolz sei wer Mensch sich fühlet…

Von

Stolz sei wer Mensch sich fühlet! sein Wesen ist
Gehoben aus dem ewigen Feuerborn,
Ein edler Funke; seine Seele
Ausguß der Gottheit und unvertilgbar.

Du bist ein Mensch; drum hebe zum Himmel stolz
Dein Haupt, und blick umher, und verachte den,
Der seines Menschenadels unwert,
Schmählichem Joche den Nacken reichet!

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Gedicht: Stolz sei wer Mensch sich fühlet... von Clemens Brentano

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Stolz sei wer Mensch sich fühlet…“ von Clemens Brentano ist eine erhebende Hymne auf die menschliche Würde und den Stolz auf das Menschsein. Es beginnt mit einem emphatischen Aufruf, der die Hörer oder Leser dazu auffordert, Stolz zu empfinden, wenn sie sich als Menschen erkennen. Dies bildet den Kern der Botschaft, die das Gedicht vermitteln möchte: die Wertschätzung der eigenen Menschlichkeit und die Ablehnung von Unterwerfung und Erniedrigung.

Brentano untermauert diese Botschaft mit einer starken Bildsprache. Der Mensch wird als „edler Funke“ aus dem „ewigen Feuerborn“ beschrieben, was eine Metapher für die göttliche oder spirituelle Herkunft des Menschen ist. Die Seele wird als „Ausguss der Gottheit“ bezeichnet, was die Unsterblichkeit und den göttlichen Ursprung der menschlichen Seele betont. Diese Bilder suggerieren eine edle und erhabene Natur des Menschen, die es verdient, mit Stolz betrachtet zu werden.

Im zweiten Teil des Gedichts wird die Botschaft konkretisiert. Der Dichter fordert den Leser auf, „zum Himmel stolz / Dein Haupt“ zu heben und die Umgebung mit erhobenem Haupt zu betrachten. Dies ist ein Zeichen von Selbstachtung und Selbstbewusstsein. Gleichzeitig wird derjenige verachtet, der sich „Schmählichem Joche“ unterwirft und somit seine Menschenwürde missachtet. Diese Zeilen sind ein Aufruf zur Eigenverantwortung und zur Abwehr von Unterdrückung.

Insgesamt ist das Gedicht eine klare und eindringliche Ermahnung zur Wertschätzung der menschlichen Würde. Es ist eine Feier der Individualität und eine Mahnung, sich nicht von äußeren Zwängen oder Demütigungen beherrschen zu lassen. Durch die Verwendung von erhabener Sprache und kraftvollen Bildern appelliert Brentano an das Selbstwertgefühl und den Stolz der Leser, sie an ihre eigene innere Stärke zu erinnern und sie zu ermutigen, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.